In den letzten Jahren hat der digitale Amateurfunk einen regelrechten Entwicklungsschub erlebt – ausgelöst vor allem durch die von Joe Taylor (K1JT) und seinem Team entwickelten WSJT‑X‑Verfahren. Mit FT8 (2017) und später FT4 (2019) entstand eine neue Generation von Betriebsarten, die eine außerordentlich effiziente Kommunikation selbst bei extrem schwachen Signalen erlaubten und damit den Funkbetrieb unter nahezu allen Bedingungen möglich machten.

FT8 hat den Amateurfunk grundlegend verändert, indem es einen festen Ablauf von jeweils 15 Sekunden für Sende- und Empfangsphasen etablierte. Dadurch konnten kurze, normierte Informationen wie Rufzeichen, Rapport und Locator vollautomatisch übertragen werden – selbst dann, wenn das Signal weit unterhalb des hörbaren Rauschpegels lag, bis hin zu extrem schlechten SNR‑Werten. Diese außergewöhnliche Empfindlichkeit entstand durch die Nutzung einer achtstufigen Frequenzumtastung sowie durch eine sehr robuste Vorwärtsfehlerkorrektur auf Basis von LDPC‑Codes, die selbst stark abgeschwächte oder gestörte Signale zuverlässig rekonstruieren konnten (lange Integrationszeit).
Ein Teil der Funkamateure sieht FT‑8 als dankbares, wertvolles Werkzeug, das auch bei extrem schwachen Signalen oder begrenzten Antennen zuverlässige Verbindungen ermöglicht und somit neue technische Möglichkeiten eröffnet. Der andere Teil kritisiert, dass der Betrieb stark automatisiert ist, wenig Interaktion bietet und klassische Betriebsarten verdrängt.
Februar 2026 – Der neue Amateurfunkmodus FT‑2 wird oft als bedeutende Weiterentwicklung der bestehenden FT‑Familie präsentiert, doch bei genauer Betrachtung zeigt sich, dass viele der angeblichen Vorteile relativiert werden müssen.
Besonders die Themen Geschwindigkeit ( Sende/Empfangszyklus), Integrationsdauer, Störanfälligkeit und erforderliche Feldstärke offenbaren Schwächen, die in der praktischen Anwendung stärker ins Gewicht fallen als in theoretischen Beschreibungen. FT-2 stellt den jüngsten Versuch dar, die bisherige Taktung der FT‑Modi deutlich zu verkürzen – diesmal auf nur noch etwa 3,75 bis 3,8 Sekunden pro Durchgang. Initiiert wurde dieser Ansatz vor allem von Martino (IU8LMC) und dem Entwicklerteam des ARI‑Ortsverbands Caserta, die angaben, bei der Ausgestaltung des neuen Protokolls auf Verfahren aus dem Bereich der künstlichen Intelligenz zurückgegriffen zu haben.
Auch die Integrationszeit fällt kritisch ins Gewicht. Zwar ermöglichen lange Integrationsphasen das Dekodieren schwacher Signale, jedoch nur unter relativ stabilen Bedingungen. Schon geringe Frequenzdrifts, QSB‑Schwankungen oder Dopplereffekte führen schnell zu einem deutlichen Rückgang der Decodierbarkeit. Besonders mobile Anwendungen, Betrieb auf nicht perfekt stabilen Stationen oder Szenarien mit Bewegung – wie Satellitenfunk oder unstabile EME‑Verbindungen – werden dadurch faktisch ausgeschlossen. FT‑2 eignet sich somit vor allem für stationären, statischen Betrieb und weniger für vielseitige oder experimentelle Einsatzbereiche. FT8 erlaubt einen Taktfehler von ±200 ms – FT2 erfordert eine Taktgenauigkeit von ±50 ms.
Ein weiterer problematischer Punkt ist die deutlich reduzierte Empfindlichkeit bei schwachen Signalen. Durch die stark verkürzte Sendezeit steht pro Bit weniger Energie zur Verfügung. Während FT8 noch vollkommen unhörbare Signale bis etwa –21dB zuverlässig auswerten kann, benötigt FT2 in der Praxis eine Feldstärke von rund –9,5dB oder besser. Damit funktioniert der Modus nur unter bereits halbwegs stabilen Bedingungen zuverlässig.

Insgesamt wirkt FT‑2 daher eher wie eine detailoptimierte Variation statt wie ein echter Sprung in der digitalen Amateurfunktechnik. Die praktischen Vorteile gegenüber FT‑8 oder FT‑4 sind gering, während die Einschränkungen in bewegten oder störanfälligen Betriebssituationen deutlich sichtbar werden. Für viele Anwender dürfte FT‑2 somit nur begrenzten Mehrwert bieten und im Alltagsbetrieb kaum einen grundlegenden Wandel darstellen.

Noch ist FT-2 kaum verbreitet – das Angebot von Stationen weltweit sehr begrenzt. Hier in Europa hört man immer nur die gleichen Stationen, die dann zwar im Nu gearbeitet sind, aber noch kein interessantes DX vorbringen. Bisher konnte ich auch nur Stationen auf 20m finden.
FT2-Betriebsfrequenzen
160 m: 1,843 MHz
80 m: 3,578 MHz
60 m: 5,360 MHz
40 m: 7,052 MHz
30 m: 10,144 MHz
20 m: 14,084 MHz
17 m: 18,108 MHz
15 m: 21,144 MHz
12 m: 24,923 MHz
10 m: 28,184 MHz
Lassen wir uns überraschen, was sich hier entwickelt, oder ob es nur ein kurzer Hype ist.