VUSAT-OSCAR 52 (VO-52, HAMSAT)
Indiens 9. Weltraumstart einer PSLV-C6 Rakete erfolgte am
05.05.2005, um 0444 UTC vom nagelneuen Launch-Pad des Satish
Dhawan Space Center in Sriharikota (Bucht von Bengal). Ungefähr
18 Minuten später wurde CARTOSAT-1 Satellit erfolgreich in seine
sonnenysynchrone Bahn auf 632 x 621 Kilometer Höhe ausgesetzt. 40
Sekunden danach erfolgte die Seperation des VUSAT-1 Satelliten.
Die Inklination beträt 97.8°.
Orbital Parameter
Name VO-52 NORAD # 28650 COSPAR Bezeichnung 2005-017-B Inklination (Grad) 97.910 RAAN 263.203 Excentrizität 0.0028440 ARGP 39.822 Umläufe pro Tag 14.80873952 Periode 1h 37m 14s (97.23 Min) Semi-major axis 7005 km Perigäum x Apogäum 607 x 646 km Bstar (drag Faktor) 0.000077183 1/ER Mean Anomaly 320.507
Downlink
145.875MHz - 145.925MHz USB/CW
Beacon Indian transponder : 145.940MHz continue carier
signal
Beacon Dutch transponder : 145.860MHz 12WPM with CW message
Uplink
435.225MHz to 435.275MHz LSB/CW
Call
HAMSAT
Status
aktiv

Die Transponder arbeiten linear invertierend. Ein Uplinksignal von z.B. 435.255 MHz wird dabei ohne Berücksichtigung der Dopplershift auf 145.895 MHz umgesetzt.
HAMSAT Beacon am 06.05.2005, 0814 UTC
auf 145.937 MHz [1 min ohne Dopplerkorrektur]
HAMSAT CQ von DK3WN am 06.05.2005,
0950 UTC Mode B
HAMSAT QSO mit ES1RF am
06.05.2005, 0952 UTC Mode B| Dimensions | 630mm x 630mm x 550mm Cuboid |
| Mass | 42 Kgs |
| Orbit | Near Circular Polar Low Earth Orbit |
| Structure | Aluminium Honey Comb Structure |
| Thermal Control | Passive Thermal Control |
| Solar Panels | Body mounted Gallium Arsenide Solar Panels |
| Power Source | Lithium Ion COTS Battery |
| Bus Electronics | MAR31750 Processor based providing telecommand, Telemetry, ACS & Sensor Electronics functions |
| Spin Rate | 4 ± 0.5 RPM |
| Spin Axis | ± 3 Deg. |
| Stabilization | Spin stabilisation with on board autonomy for SRC, MBC and auto SAOC |
| Sensors | Tri-axial Magnetometer and Twin Slit Sun Sensor |
| Actuators | Magnetic Torquers |
| Communications | VHF for TM and TC |
| Antennae | UHF Turnstile, VHF Turnstile |
| Transponders | Mode B (UV) |
| Transponder Uplink | 435.35 Mhz |
| Transponder Downlink | 145.90 Mhz |
FM über Lineartransponder
Mit dem erfolgreichen Start von HAMSAT wurde durch die AMSAT
Indien die Möglichkeit der Linear-Transponderbenutzung in der
Betriebsart Frequenzmodulation (FM) publiziert. Natürlich ist das
prinzipiell möglich, es sollen hier aber einige Punkte
angesprochen werden, dies, zumindest in unseren Regionen, nicht
zu tun.
Bei jeder Modulation - auch bei FM - erscheinen neben den
eigentlichen Trägerfrequenzen und den durch den Hub bedingten
Frequenzänderungen noch die Seitenfrequenzen aus Träger plus NF
und Träger minus NF. Der Frequenzhub entspricht der Amplitude des
NF-Signals, also der NF-Lautstärke. Im Amateurfunk wird als
höchster Frequenzhub 3 kHz verwendet. Auch wenn man einen relativ
geringen Hub verwendet (der nicht größer, als die höchste
vorkommende NF ist) ergibt sich eine Bandbreite etwa 12 KHz.
Hub= 3 kHz, f (NF max) = 3 KHz Bandbreite (FM) = 2 × (3 kHz + 3 kHz) = 12 kHz
Stationen, bei denen eine zu hohe NF-Lautstärke am Modulator eingestellt ist oder die einen höheren Frequenzbereich als bis 3 kHz übertragen, haben demzufolge eine noch größere Bandbreite. Dies äußert sich häufig in Verzerrungen auf der Empfängerseite oder in Störungen in Nachbarkanal-Frequenzbereichen. Der Diskriminator eines FM-Empfängers kann die CW oder SSB Signale der anderen Stationen nicht detektieren. Andererseits werden die CW und SSB Signale stark vom breiten Spektrum des FM Signals überlagert. In vielen Ländern mit hoher Amateurfunkdichte (und dazu gehören wir in Westeuropa) ist diese breitbandige Modulationsart also ein unakzeptabler Mode für die Nutzung des ohnehin sehr eng begrenzten Frequenzspektrums eines Lineartransponders. In Regionen mit wenigen Amateurfunkstationen spricht dagegen nichts für die Nutzung von FM beim Transponderbetrieb. Außer vielleicht der Energiehaushalt der Batterien des Satelliten ...

Die Bandbreite des HAMSAT Transponders von 50 KHz sollte gemäß
dem internationalen Bandplan für OSCAR Satelliten zu jeweils 30%
für CW, Mixed Mode und SSB genutzt werden. Somit bleiben 15 KHz
für jedes Segment. Ein FM Signal belegt damit schon ein ganzes
Segmentes. Theoretisch und ungeachtet dieser Grenzen könnten 4
Stationen im FM Mode den Transponder benutzen.
Bei SSB wird nur ein Seitenband benutzt, die Bandbreite ergibt
sich hier aus der Differenz der höchsten und der niedrigsten
NF-Frequenz. Da f (NF min) relativ gering ist gegenüber f (NF
max), gilt die Bandbreite als etwa f (NF max). Setzen wir hier
wieder unsere 3 KHz an, sind wir bei einem Viertel der FM
Bandbreite. Theoretisch könnten nun 16 Stationen im SSB Mode den
Transponder nutzen....
Bei CW (Amplitudenmodulation) ist die erforderliche Bandbreite
von der Tastgeschwindigkeit und der zulässigen Signalverzerrung
abhängig. Der Tastimpuls besteht aus einer Grundwelle und den
Oberwellen. Die Anzahl der einzelnen Oberwellen begründen jeweils
ein im Ton weiches, schmalbandiges oder ein hartes, breitbandiges
A1A-Telegrafiesignal. Die Anstiegszeit eines Impulses verringert
sich mit steigendem Oberwellenanteil. Die PARIS Methode wird zur
Bestimmung der CW-Geschwindigkeit verwendet. Das Wort PARIS hat
eine Länge von exakt 50 Punkten, inklusive Zeichenabstand.
Basierend auf dieser Methode erzeugt ein CW Signal von 12 WPM
genau 600 Punktlängen je Minute bzw. 10 Punkte pro Sekunde.
Erzeugt man eine kontinuierlich Folge von Punkten, bei einer
Geschwindigkeit von 12WPM ist das Ergebnis ein 5 Hz
Rechtecksignal. Wird ein HF-Signal mit dieser Folge getastet
erhält man einen Träger mit 2 Seitenbändern in 5 Hz Abstand, also
ein 10 Hz breites Signal.
Deshalb empfiehlt die AMSAT und die IARU den FM Mode NICHT über
Linear-Transponder zu verwenden.
Betriebstechnik
Das Arbeiten über Lineartransponder erfordert eine bestimmte Betriebstechnik. Die durchschnittliche Hörbarkeit bei einem Überflug liegt bei etwa 14 Minuten (VO-52) und etwa 20 Minuten (FO-29, AO-7). Die maximale Dopplershift beträgt je nach Mode J oder Mode B etwa +/- 10 kHz. Die meisten Transponder arbeiten linear invertierend. Ein Uplinksignal von z.B. 145.970 MHz wird dabei ohne Berücksichtigung der Dopplershift auf 435.830 MHz umgesetzt (Mode J, FO-29).
Am einfachsten ist es natürlich, die meisten Regelaufgaben vom PC erledigen zu lassen. Voraussetzung für einen optimalen Betrieb sind also folgende Punkte:
- neue Keplerdaten des Satelliten
- aktuelle Uhrzeit (Synchronisation der PC Uhr mit World Time Servern)
- Software zur Visualisierung der aktiven Satelliten (Orbitron)
- Software zur Steuerung des Antennenrotors (WISAT)
- Software zur Frequenzänderung (Dopplerkorrektur) am Transceiver (WISAT)
- Software zum Betrieb für digitale Modi (WISP, Paxon, MMSSTV)
- evtl. Modem / Soundkarte für digitale Betriebsarten (PSK, SSTV, Packet)
- Kopfhörer benutzen, da das empfangene Signal vom Lautsprecher im FM/SSB Modus wieder über das Mikrofon gesendet wird (Echo)
Je schmalbandiger die Betriebsart (CW, SSTV, PSK) umso
wichtiger ist die Doppler-Korrektur.
Gängige Praxis ist es im QSO NUR die Uplinkfrequenz zu ändern.
Die Downlinkfrequenz bleibt konstant. Solange man sich selbst in
der richtigen Tonhöhe zurückhört, wird man auch richtig gehört.
Dadurch "wandert" man zwar im Laufe des QSO über den
Uplinkbereich, wenn aber alle nach dieser Regel handeln, kommt es
untereinander zu keinen Störungen. Also:
- freie Frequenz im Downlink suchen
- Im Uplink senden (CW-Zeichen , Pfeifen, .... oooola oooola :-))
- Die TX-Frequenz solange verändern, bis das eigene Signal in der richtigen Tonhöhe gehört wird
Die weitaus aufwendigere Methode, Uplink und Downlinkfrequenz gleichzeitig nach Dopplerfrequenz zu korrigieren, setzt eine computergesteuerte Lösung voraus und muss zudem auch von beiden Stationen gleichzeitig vorgenommen werden. Voraussetzung für diese Synchronisation sind aktuelle Keplerdaten und exakt synchronisierte PC-Uhren beider QSO Partner.
SSTV über HAMSAT
SSTV gehört zu den schmalbandigen Betriebsarten. Das Signal
wird im Uplink in LSB gesendet, der Downlink wird in USB
empfangen. Es wird also nur ein Seitenband benutzt, die
Bandbreite ergibt sich aus der Differenz der höchsten und der
niedrigsten NF-Frequenz. Alle Bildinformationen werden im
NF-Bereich kodiert, die untere Frequenz für Schwarz liegt bei 1,5
KHz, die obere Frequenz für Weiß bei 2,3 KHz, Zeilen- und
Bildsynchronsignale liegen bei 1,2 KHz. Rechts ist das
NF-Spektrum eines SSTV Signals zu sehen.
Somit ergibt sich eine effektive Bandbreite von 1,1 KHz. Eine
hervorragende Quelle für theoretische Betrachtung ist hier:
http://www.qsl.net/do2uf/sstv/ss-sstv.html
Die Übertragungsdauer eines Bildes ist vom gewählten Modus abhängig. Die in der Praxis am häufigsten angewendeten sind hier dargestellt.
Modus Farbe Zeit[s] Zeilen -------------------------------------- Robot 36 YC 36 240 Robot 72 YC 72 240 Martin M1 RBG 114 240 Martin M2 RGB 58 240 Scottie 1 RGB 110 240 Scottie 2 RGB 71 240 Scottie DX RGB 269 240
Zur QSO Praxis über Satelliten eignen sich natürlich nur
"schnelle" Bilder. Der Kompromiss liegt hier zwischen Qualität
und Informationsgehalt. Je nach Orbit des Satelliten ist eine
häufige Korrektur der Frequenzen (Dopplerkorrektur) notwendig. In
langsam übertragenen Bildern sind diese Korrekturen durch
Farbsprünge sichtbar.
Bei niedriger Elevation (kaum Dopplerkorrektur notwendig) kann
man auch Modi wählen, die etwas mehr Zeit für eine
Bildübertragung benötigen. Meist sind dann aber auch die
Feldstärken geringer und die Auswirkung von Störungen im Bild
direkt sichtbar.

Die beiden Bilder wurden am 10.05.2005 über VO-52 in LSB auf
435.282 MHz (manuelle Dopplerkorrektur) gesendet, Downlink USB
auf 145.875 MHz. Das Testbild im Modus Robot 36, das zweite Bild
im Modus Robot 72.
Das gibt noch viel Spielraum für Experimente....
HELLSCHREIBEN über HAMSAT VO-52
Eine weitere sehr schmalbandige Betriebsart ist Hellschreiben.
Die zu übertragenen Zeichen werden nicht kodiert, sondern Pixel
für Pixel übertragen - jeder Pixel für 8 ms, ein komplettes
Zeichen in 0,4 s.
Rudolf Hell entwickelte das Verfahren um 1930. Von Siemens wurde
es als als "Feldhell-Gerät" zu militärischen Zwecken weiter
entwickelt.

Homepage und weitere Info's
http://www.amsatindia.com/http://www.amsatindia.org/
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