Digitale Modi
Modem vs. Soundkarte
Das Modem verwende ich für SSTV, RTTY und WeFAX
(Schaltplan bitte auf das Symbol klicken). Als OPV wird ein
CA-3240 verwendet. Dieser Typ hat einen sehr geringen
Offsetfehler, somit kann ein Abgleichpoti entfallen. Die
Eingangsschaltung wurde durch einen Begrenzer geschützt, die
Stromversorgung erfolgt über die serielle Schnittstelle des
PC.
Zur KEY/AFSK-Tastung durch das COM-Signal DTR wurde noch ein
weiterer Transistor eingesetzt.

Anschluß des Kenwood TS-870 über ACC2 an die Soundkarte und den COM-Port zur PTT-Steuerung
SSTV
SSTV gehört zu den schmalbandigen Betriebsarten. Das
Signal wird im Uplink in LSB gesendet, der Downlink wird in USB
empfangen. Es wird also nur ein Seitenband benutzt, die
Bandbreite ergibt sich aus der Differenz der höchsten und
der niedrigsten NF-Frequenz. Alle Bildinformationen werden im
NF-Bereich kodiert, die untere Frequenz für Schwarz liegt
bei 1,5 KHz, die obere Frequenz für Weiß bei 2,3 KHz,
Zeilen- und Bildsynchronsignale liegen bei 1,2 KHz. Rechts ist
das NF-Spektrum eines SSTV Signals zu sehen.
Somit ergibt sich eine effektive Bandbreite von 1,1 KHz. Eine
hervorragende Quelle für theoretische Betrachtung ist hier:
http://www.qsl.net/do2uf/sstv/ss-sstv.html
SSTV-Frequenzen
80m 3730 ... 3740 kHz 40m 7035 ... 7045 kHz 20m 14225 ... 14235 kHz 15m 21335 ... 21345 kHz 10m 28675 ... 28680 kHz
ein paar schöne SSTV - Bilder der letzten Jahre
Die SSTV-Modi
Die Übertragungsdauer eines Bildes ist vom gewählten Modus abhängig. Die in der Praxis am häufigsten angewendeten sind hier dargestellt.
Modus Farbe Zeit[s] Zeilen -------------------------------------- Robot 36 YC 36 240 Robot 72 YC 72 240 Martin M1 RBG 114 240 Martin M2 RGB 58 240 Scottie 1 RGB 110 240 Scottie 2 RGB 71 240 Scottie DX RGB 269 240
Martin-Modi sind eine Entwicklung von Martin H. Emmerson,
G3OQD. Es ist in Europa sehr stark verbreitet. Die Scottie Modi
sind von GM3SBC entwickelt worden, sie werden oft in den USA und
bei DX-Verbindungen eingesetzt. Beide Modi sind Free-Run
Modi.
Die Robot Farbmodi sind von ROBOT RESEARCH, INC. San Diego CA9211
entwickelt worden. Robot36 wurde z.B. auch für die
SSTV-Aussendungen von der Raumstation MIR benutzt, da ein
komplettes Bild in 36 Sekunden übertragen ist.
| Klangbeispiel |
Mode |
Auflösung |
Bildformat (Pixel x Zeilen) |
Breite : Höhe |
Farbe |
![]() |
Martin M1 |
320 x 256 |
320 x 256 |
4:3 |
RGB |
![]() |
Scottie S1 |
320 x 256 |
320 x 256 |
4:3 |
RGB |
![]() |
ROBOT 36 |
320 x 240 |
320 x 240 |
4:3 |
VUY |
SSTV über Amateurfunk-Satelliten
Zur QSO Praxis über Satelliten eignen sich natürlich nur "schnelle" Bilder. Der Kompromiss liegt hier zwischen Qualität und Informationsgehalt. Je nach Orbit des Satelliten ist eine häufige Korrektur der Frequenzen (Dopplerkorrektur) notwendig. In langsam übertragenen Bildern sind diese Korrekturen durch Farbsprünge sichtbar.
So klingt
ein schwaches SSTV Signal im Modus Robot 36 über den FO-29
Transponder
Bei niedriger Elevation (kaum Dopplerkorrektur notwendig) kann man auch Modi wählen, die etwas mehr Zeit für eine Bildübertragung benötigen. Meist sind dann aber auch die Feldstärken geringer und die Auswirkung von Störungen im Bild direkt sichtbar.

Mode Martin 1 Martin 2

Mode Scottie DX Robot 72
Die Bilder wurden am 10.05.2005, über FO-29 in LSB
gesendet (Downlink USB). Der Satellit war etwa 2700 km
entfernt.
Man kann sehr deutlich die Qualitätsunterschiede zwischen
den verschiedenen Modi erkennen. Die besten Ergebnisse erreicht
man mit Scottie DX, allerdings braucht das Bild fast 5
Minuten.
HELLSCHREIBEN
FELD-HELL über FUJI OSCAR 29
Eine weitere sehr schmalbandige Betriebsart ist Hellschreiben.
Die zu übertragenen Zeichen werden nicht kodiert, sondern
Pixel für Pixel übertragen - jeder Pixel für 8 ms,
ein komplettes Zeichen in 0,4 s.
Rudolf Hell entwickelte das Verfahren um 1930. Von Siemens wurde
es als als "Feldhell-Gerät" zu militärischen Zwecken
weiter entwickelt.

RTTY
Bei der Betriebsart RTTY handelt es sich ein Verfahren welches
es ermöglicht ein Fern- schreiben per Funk, also drahtlos zu
übertragen. Dabei handelt es sich um eine digitale
Betriebsart in welcher die Zeichen als asynchroner serieller
Bitstrom nach dem Baudot-Code übertragen werden. Um
Informationen als Fernschreiben zu übertragen ist es
notwendig dem Funksender die Daten mittels FSK bzw. AFSK zu
zuführen und dem Träger aufzumodulieren . Auf der
Empfängerseite wird das Signal entsprechend wieder
demoduliert. Für die digitale Funkübertragung hat man
die 32 Zeichen der Tastatur in 32 verschiedene 5-Bit-Zeichen aus
0 und 1 gewandelt (kodiert). Ein einzelnes RTTY-Zeichen besteht
aus 1 Start-, 5 Informations- und 1,5 Stopschritten. Die beiden
Zustände 0 und 1 werden in Form von zwei Frequenzen
übertragen. Die höhere Frequenz nennt man
Mark und die niedrigere Space.
Die Frequenz wird zwischen dem Space (1275Hz) und Mark (1275Hz+
Shift) umgetastet. Der Shift beträgt auf UKW meist 850Hz,
auf Kurzwelle meist 170Hz.
Typische Übertragungsraten beim Funkfernschreiben sind 45
(im Amateurfunk), 50, 75, 100, 150, 200 Baud bei kommerziellen
Diensten. Theoretisch können die Übertragungsraten je
nach der zur Verfügung stehenden Bandbreite zwischen einigen
10 und einigen 1000 Baud liegen.
Obwohl es heute bezüglich der Übertragungssicherheit,
-geschwindigkeit und Flexibilität schon effizientere
digitale Betriebsarten gibt, erfreut sich RTTY nach wie vor
großer Beliebtheit.
FSK (Frequency Shift Keying)
Digitale Übertragungsarten nutzen die Frequenzumtastung. Den Zuständen L und H entsprechen dabei zwei Sendefrequenzen. Diese und/oder die hierzu gehörenden Niederfrequenzen nennt man Kennfrequenzen. Die niedrigere Sendefrequenz entsprechend L heißt Space, die höhere entsprechend H heißt Mark. Als Shift bezeichnet man die Differenz zwischen Mark und Space.RTTY -Amateurfunkfrequenzen
160m 1838 ... 1843 kHz 80m 3580 ... 3590 kHz und 3600 ... 3620 kHz 40m 7035 ... 7045 kHz 30m 10140 ... 10150 kHz 20m 14070 ... 14089 kHz 15m 21080 ... 21100 kHz 12m 24920 ... 24929 kHz 10m 28050 ... 28120 kHz
PSK31
PSK31 ist eine Entwicklung von G3PLX, dem Erfinder von Amtor,
der eine Idee von SP9VRC neu aufgegriffen hat. Ein 1000 Hz Ton
wird nicht in der Frequenz umgetastet, wie bei RTTY oder
Pactor-1, sondern er wird phasenmoduliert. Auf diese Weise kann
eine extrem geringe Bandbreite erreicht werden. Bei der
Frequenzumtastung von bspw. 170 Hz muß zu diesem Betrag,
noch die Baudrate der Übertragung hinzuaddiert werden, um
die notwendige Bandbreite zu erhalten. Bei einer Phasenmodulation
eines Tones benötigt man eine Bandbreite von nicht viel mehr
als der Baudrate, bei PSK31 sind das 31,25 Hz.
Bei PSK31 handelt es sich um einen unprotokollierten Mode, d.h.
es gibt keine Fehlererkennung und -korrektur, wie z:b: bei
PACTOR. Die übertragenen Zeichen eine variable Länge,
wobei die häufig vorkommenden Zeichen kurz sind. Damit
ergibt sich eine effektive Übertragungsrate von ca. 50 Baud,
was etwa RTTY entspricht.
PSK31-Amateurfunkfrequenzen
160 m 1838.15 kHz 80 m 3580.15 kHz 40 m 7070.15 kHz und 7035.15 kHz 20 m 14070.15 kHz 15 m 21080.15 kHz 10 m 28070.15 kHz und 28120.15 kHz
PSK31 über FUJI OSCAR 29
Auch für PSK31 sind sehr geringe Leistungen notwendig. Ich habe mit ca. 5 Watt das Signal bis zum LOS des Satelliten lesen können (4000km Entfernung !)
Nähere Informationen über PSK31 sind unter den
folgenden Links zu finden :
http://www.qsl.net/wm2u/psk31.html
http://aintel.bi.ehu.es/psk31.html
Als Software benutze ich zur Zeit WinPSK. Das aktuelle File ist zu finden unter WinPSK:
http://www.innermedia.webservepro.com/WinPSKSE/winpskse223.exePACKET
Bandbreite AFSK-Modulation
Bei der heute in PACKET (Radio) ueblichen AFSK-Modulation wird
ein niederfrequenter Hilfstraeger mit dem Digitalsignal
frequenzmoduliert (Erzeugung und Modu- lation dieses
Hilfstraegers macht der Modem-Chip) und in den Mikrofonein- gang
des Senders eingespeist. Dort wird das Sendesignal mit diesem
modu- lierten Hilfstraeger frequenzmoduliert. Es liegt also eine
Doppel-Modulation vor, bei der ein moduliertes Signal selbst
wieder ein anderes moduliert. Dieser Umstand wird aber in Kauf
genommen, weil man so die normalen Sprechfunkgeraete ohne jeden
Eingriff verwenden kann. Der modulierte Hilfstraeger wird
zwischen 1200 Hz und 2200 Hz umgetastet. Man kannsich seine
Mittenfrequenz also bei (1200 Hz + 2200 Hz)/2 = 1700 Hz
vorstellen. Diese wird mit einem Frequenzhub h von +/- 500 Hz
frequenz moduliert.
Mit der Carson-Formel B = 2*(h + fm) kann die
Bandbreite berechnet werden. Der Frequenzhub h betraegt 500 Hz
(siehe oben) und die Modu- lationsfrequenz fm = 600 Hz bei 1200
Baud (Zeichenfolgefrequenz = halbe Baudrate; Nyquistkriterium).
Eingesetzt in die Carson-Formel erhaelt man eine Bandbreite B =
2200 Hz. Diese ist symmetrisch um die Mittenfrequenz 1700 Hz
angeordnet. Damit errechnet sich die tiefste Frequenz zu 1700 Hz
- B/2 = 600 Hz und die hoechste zu 1700 Hz + B/2 = 2800 Hz. Das
verwendete Funkgeraet benoetigt also einen NF-Frequenzgang von
600 Hz bis 2800 Hz, um die 1200 Baud-AFSK einwandfrei uebertragen
zu koennen.
Die HF Bandbreite berechnet sich nach der Carson-Formel, da es sich um eine Frequenzmodulation des HF-Sendesignals handelt. Mit einer oberen Modulationsfrequenz fm = 2,8 kHz (siehe oben) und dem in FM ueblichen Frequenzhub h = 4 kHz ergibt sich eine HF-Bandbreite von B = 13,6 kHz. Diese passt einwandfrei 'durch' die ueblichen Quarzfilter mit 15 kHz Bandbreite, so dass eine verzerrungsfreie Demodulation moeglich ist.
Bandbreite FSK-Modulation
Im Gegensatz zur AFSK wird hier kein Hilfstraeger mit den Datan moduliert sondert gleich das HF-Sendesignal. Es liegt also keine Doppelmodulation mehr vor. ZurBerechnung der Bandbreite wird wieder die Nyquistfrequenz fn herangezogen; dies ist die hoechste im Datenstrom enthaltene Frequenz. Natuerlich hat das Datensignal aufgrund seiner steilen Recheckflanken eine wesentlich groessere Bandbreite als fn; diese Oberwellen koennen aber auf der Senderseite ohne Verlust an Information mit einem Tiefpass wegge- filtert werden, womit das Signal auf fn bandbegrenzt ist. fn stellt so gleichzeitig die noetige obere Grenzfrequenz auf der NF-Seite dar. Zur Erzeugung der FSK ist kein Modem erforderlich. Vielmehr wird das Datensignal vom TNC nach der Tiefpassfilterung auf Nyquistbandbreite direkt zur Modulation des Senders verwendet. Empfangsseitig ist hinter dem Demodulator eine Entscheiderstufe (Schwell wert) erforderlich, womit die Flanken des Datensignals regeneriert werden.
fn ist halb so gross wie die Baudrate. Fuer 4800 Baud ergib
sich fn = 2400 Hz. Nach der Carson-Formel B = 2*(fn + h)
beträgt die HF-Bandbreite bei einem Hub von h = 4 kHz : B =
12,8 kHz. Diese Bandbreite ist kleiner als fuer 1200-Baud-AFSK (B
= 13,6 kHz).
Der Uebergang von der AFSK- auf die FSK-Modulation gestattet also
eine Vervierfachung der Baudrate, wobei man sogar mit kleineren
Bandbreite auskommt! Die 4800-Bau-FSK sind also mit den ueblichen
15-kHz-ZF-Filtern muehelos uebertragbar!
Noch deutlicher wird der Vorteil der FSK bei 9600 Baud: Mit einer
Nyquistfrequenz von 4,8 kHz betraegt die HF-Bandbreite bei 5 kHz
Hub (ein Hub von 4 kHz ist bei einer NF-Grenzfrequenz von 4,8 kHz
etwas knapp bemessen) B = 19,6 kHz. Mit einer ZF-Bandbreite von
20 kHz (Standard- Quarzfilter) sind also 9600 Baud
uebertragbar.
Auf Kurzwelle wird PACKET mit einer Geschwindigkeit von 300 Baud übertragen. Die Modulationsart ist FSK, im einfachsten Fall wird ein SSB-Sender mit einem von zwei verschiedenen NF-Tönen moduliert. Die Shift beträgt 200 Hz.
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